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Interessierte fragen oft, wie man denn zu den gewünschten Personendaten kommt. Persönlich habe ich im Laufe der Zeit folgende Quellen benutzt:
- Verwandtschaft
- Ariernachweise
- Standesämter
- Pfarrämter ( Geburts-, Heirats- und Sterbeeinträge Abendmahlslisten Konfirmantionslisten Pfarramtsbeschreibungen ) Suche im Web nach ev. Pfarrämtern in Bayern
- Archive: Kirchenbucharchiv Regensburg Landeskirchl. Archiv Nbg. Staatsarchiv Nbg div. Stadtarchive Archiv der GFF
mögliche Archivalien: Urbare (Zusammenfassung herrschaftl. Einkünfte) Salbücher (Aufstellung der Abgaben mit Besitzerwechsel) Partikularrechnungen (Einzelabgaben) Steuerregister Inventurprotokolle Briefprotokolle Liquidationsakten (Umlegung d. Naturalabgaben in Geldabg.) Katasterbücher (Grundsteuer) Ämterrechnungen Strafbücher Gerichtsakten (Vormundschaft, Fornikation, Strafsachen) Schuldbücher Hausakten Handelsregister
- Hinterlassenschaften: Brenner Sammlung Stadtarchiv Ansbach Nachlaß Kuhr in GFF Archiv
- Familienregister, -bücher: Archiv Mägerlein österr. Pfarrmatrikel Josef Heider ( siehe www.gf-franken.de, GFF-Archiv, Familienreg. )
- geneal.Literatur ( Bibliotheken ) Wie kommt man da ran? Man benötigt den Ausweis einer Bücherei, z.B. der Uni-Bibliothek in Erlangen, den erhält man durch Angabe seiner pers. Daten Danach kann man in der Bibliothek oder online im Web nach der gewünschten Literatur suchen und bestellen Bücher, die nicht lokal vorhanden sind, kann man per Fernleihe bestellen. Das ist normalerweise alles kostenlos
- Forscherkollegen
- Unterlagen aus gen. Vereinen
Und so lief es dann ab:
Als Jugendlicher bekam ich zufällig die Ariernachweise meiner Großeltern in die Hände. Einen Ariernachweis mußte im 3.Reich jeder Deutsche erbringen. Dies waren meine ersten Daten. Diese reichten zwar nur bis ins letzte Jahrhundert zurück, aber es genügte, um mich zu faszinieren. Hier sprachen sozusagen meine Vorfahren zu mir und weckten meine Neugier. So kam es, daß ich diese Papiere aufbewahrte und als Grundstock für meine weiteren Erkundigungen benutzte. Angaben zu Personen der jüngeren Vergangenheit lassen sich auch bei den Standesämtern in Erfahrung bringen.
Als nächstes peinigte ich meine Verwandtschaft mit Fragen . Leider war das nicht sehr ergiebig, denn auf dem Land, wo die meisten meiner Vorfahren herkamen, wurden Verwandschaftsbeziehungen selten dokumentiert. Man wußte einfach, wer mit wem verwandt war. Wenn dann einer der Alten starb, ging dadurch oft das Wissen um diese Beziehungen verloren . .
In Phase 3 kamen dann die Pfarrämter dran. Dort wurden und werden die Taufen bzw. Geburten, die Ehen bzw. der Aushang, und die Sterbefälle oder Beerdigungen dokumentiert. Auch wenn es Überwindung kostet, das erste Mal bei einem Pfarramt anzufragen, um Einsicht in die Kirchenbücher zu bekommen, es sind oft die ergiebigsten Quellen! Leider bekommt man manchmal nur Zugang für begrenzte Zeit, oder kann die Anfragen nur schriftlich einreichen, erhält selbst überhaupt keinen Zugang zu den Büchern. Das erfordert dann Geduld - in einem dieser Fälle erhielt ich die Antwort erst 1 Jahr später !
Etliche ev. Pfarren haben übrigens inzwischen ihre Bücher in das Kirchenbucharchiv nach Regensburg gegeben. Das ist für Forscher genauso schlimm. Zwar kann man auch dorthin Anfragen richten oder persönlich hingehen und in Mikrofilmen suchen, aber das wird meist eine teure Angelegenheit. Diese Außenstelle soll in den nächsten Jahren von Regensburg nach Nürnberg verlegt werden, dann wird zumindest die Anfahrt für alle Franken etwas kürzer.
Ein Grund für die Weggabe der Bücher ist das Verhalten der schwarzen Schafe unter den Ahnneforschern selbst, die Bücher schlecht behandeln, ja teilweise sogar Seiten entfernt haben! Weitere Gründe sind der zunehmende Arbeitsanfall für die Pfarrämter sowie die teilweise unzulänglichen Lagerungsmöglichkeiten und beengte Platzverhältnisse.
Anfangs war es natürlich ein großes Problem, die alten Schriften zu lesen. Und noch heute, wenn ich längere Zeit in keinem Archiv war, braucht es Zeit, bis ich mich “eingelesen” habe. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, Mitglied bei einem genealogischen Verein zu sein. Dann kann man evtl. auf die Erfahrung von erfahrenen Kollegen zurückgreifen. Überhaupt ist so ein Verein eine empfehlenswerte Sache, besonders für Anfänger. Denn wer kennt schon die gebräuchlichen Dokumentationsarten oder die Möglichkeiten des überregionalen Datenaustausches etc.
Das war für mich der 4. Schritt, ich trat einem Genealogischen Verein bei. Dadurch bekam ich Kontakt mit Computerprogrammen, die die Arbeit ungemein erleichtern. Mußte man früher bei einer größeren Anzahl von Datenänderungen die Tafeln neu zeichnen, kann man das heute per Knopfdruck dem PC und dem Drucker überlassen. Ich verwende seit etlichen Jahren das Programm “GENISYS” von Hrn. Nolde. Nur für den Ausdruck sehr großer Nachfahrentafeln auf Endlospapier habe ich mir ein eigenes Programm geschrieben.
Als ich in Pfarrämtern nicht mehr weiterkam, setzte ich meine Forschungen in diversen Archiven fort. So z.B. im Staatsarchiv Nürnberg, im Städtischen Archiv Nürnberg etc. Ich konzentrierte mich dabei vor allem auf Grundbücher, Abgaben, Erbschaften und Strafsachen. Besonders dankbare Quellen, da leicht zu lesen und meist mit Registern versehen, sind - die Brenner Sammlung im Stadtarchiv Ansbach (! nicht immer korrekte Angaben) - das Mägerlein Archiv bei der GFF - der Nachlaß Kuhr ebenfalls im Archiv der GFF
Eine weitere nicht zu unterschätzende Quelle ist der Austausch von Informationen mit anderen Forschern. Über diese Schiene wurde schon oft der sog. tote Punkt, an dem man selbst nicht mehr weiterkommt, überwunden. Auch hier empfiehlt sich die Mitgliedschaft in einem Verein, um die unterschiedlichen Möglichkeiten schneller zu erlernen. Allgemein gesprochen gibt man seine eigenen Daten in einen großen Pool (Datenbank). Wenn mehrere Forscher ihre Daten eingegeben haben, läßt sich anhand eines Datenvergleiches herausfinden, wer mit wem evtl. am gleichen Namen forscht. Dann können diese Forscher in direkten Kontakt treten. Voraussetzung für diese sehr effektive Art und Weise an Informationen zu kommen, ist die Bereitschaft zur Kooperation. Wenn jemand die von ihm in mühsamer Kleinarbeit gesammelten Daten als sein “persönliches Eigentum” ansieht, dann ist er hier falsch. Auch Egoisten mit dem “Einbahnstraßen-Denken” - nehmen ja, geben nein - sind hier nicht gefragt.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, so wie ich es auf meiner Webpage versuche, Daten über das Inernet einem größeren Kreis zur Verfügung zu stellen. Hierbei ist nicht das Ziel, alle Detailinformationen zu publizieren, sondern nur bestimmte Eckdaten wie z.B. die jeweils ältesten bekannten Personen eines Namens aufzulisten. Wenn jemand die gleiche Person in seinen eigenen Forschungen wiederfindet, kann er mit dem Verfasser Kontakt aufnehmen.
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